Fasten als einmalige Insulinreduktion

Wenn man realisiert hat, dass man zu viel Zucker konsumiert oder gar schon gesundheitliche Beschwerden hat denkt man in erster Linie daran weniger Zucker zu essen. Logisch. Aber das muss nicht zwangsläufig die Lösung sein gerade dann wenn der Heißhunger auf Zucker nach wie vor da ist und nicht weg geht, man also immer wieder Rückfälle hat.

Der Kreislauf ist folgender: Durch hohen Zuckerkonsum pendelt sich der Insulinspiegel automatisch nach oben so dass er am Ende gar nicht mehr wirklich runter kommt. Maximal wenn wir mal 8 Stunden schlafen ein bisschen aber dann wachen wir auf und essen sofort. Meist eben Kohlenhydrate wie Müsli, Brot, Kornflakes und gerne Zucker wie Obst, Nutella, gezuckerter Kaffee usw. Der Insulinspiegel schießt gleich wieder hoch und wir bekommen ihn im Laufe des Tages auch nicht runter weil wir ständig den Befehl bekommen zu essen. Dabei verspüren wir keine Lust auf Brokkoli sondern auf Schokolade.

Was passiert jetzt wenn wir wirklich versuchen auf Zucker zu verzichten? Wir stehen schon vor dem Problem dass ein kompletter Zuckerverzicht kaum möglich, zumindest mit immensem Aufwand verbunden ist. Das liegt daran dass praktisch überall Zucker reingepanscht wird und man theoretisch selbst 100% die Kontrolle darüber haben muss. Also man müsste dann auch wirklich selbst alles einkaufen, kontrollieren und kochen oder immer in ein Restaurant seines Vertrauens gehen – was teuer wird.

Zucker verbirgt sich selbst in unscheinbaren Lebensmitteln wie Soßen, Milch, Konserven, Brot, Fertiggerichten, usw. Das liegt nicht daran dass er dort natürlich vorkommt sondern aus diversen Gründen zugesetzt wird. Brot wird zum Beispiel länger haltbar wenn es mit Zucker versetzt wird.

Das wäre der eine Punkt warum eine komplette Zuckerkur nur sehr schwer zu bewältigen ist.

Der nächste ist der, dass es am Ende des Tages um den Insulinspiegel geht. Dieser muss einmalig ganz runter damit der Heißhunger auf Süßes entfällt. Und genau das ist die Herausforderung. Denn nicht nur Zucker treibt den Insulinspiegel in die Höhe sondern auch alle anderen Kohlenhydrate. Zucker wirkt halt nur am schnellsten und effektivsten. Aber auch Kohlenhydrate wie sie in Nudeln, Kartoffeln, Brot, Reis, Obst, usw. auftauchen lassen den Insulinspiegel nach oben schießen.

Wenn du jetzt also hergehst und es dir gelingt komplett auf Zucker zu verzichten indem du alle Zucker haltigen Lebensmittel verbannst, aber trotzdem viele dieser Kohlenhydrate isst erreichst du genau gar nichts. Klar, du isst keinen Zucker mehr aber dein Insulin bleibt auf einem Level und beschleunigt damit einen Stoffwechsel der deinen Heißhunger nach wie vor anfeuert. Die Chancen stehen dann gut dass du rückfällig wirst und der süßen Verlockung nicht widerstehen kannst.

Was du also erreichen musst ist einmalig das Insulin zu senken und das machst du lieber heute als in einer Woche. Denn wie sich zeigt leiden immer mehr Menschen an Insulinresistenz – das heißt sie können ihr Insulin gar nicht mehr abbauen. Das liegt an Jahre langer Ernährung die auf Zucker und Kohlenhydrate basiert – wie eigentlich die von 90% in Deutschland. Deswegen solltest du dich lieber sofort darum kümmern.

Am besten geht das mit einer kurzen aber intensiven Fastenperiode. Du nimmst dabei lediglich Wasser und ungesüßten Tee zu dir, sonst gar nichts. Am besten startest du damit in der Früh, das heißt du nimmst abends eine normale Mahlzeit zu dir (möglichst früh abends und nicht um 11) und lässt das Frühstück ausfallen. Stattdessen trinkst du Tee. Du wirst merken bis Mittag fühlst du dich gar nicht gut und dein Bauch rebelliert. Irgendwann akzeptiert er aber dass er gerade nichts zu essen bekommt und stellt sich darauf ein. Das heißt dein Körper beginnt sich restliche Energie aus dem Blutkreislauf und dem Magen zu holen. Irgendwann ist auch das aufgebraucht und du fühlst dich eher schlapp. Allerdings nur bis zu einem Punkt an dem dein Körper anfängt das gelagerte Fett und Muskeln als Energie zu verwenden. Danach fühlst du dich zwar auch nicht so als könntest du Bäume ausreißen aber es wird dir in dieser Phase nicht mehr wirklich schlecht gehen. Du kannst im Normalfall deinem Tagesablauf nachkommen aber wenn du das erste mal fastest solltest du es eher an einem freien Tag machen.

Auch ist es so dass du noch BCAAs zu dir nehmen solltest wenn es dir wichtig ist keine Muskeln zu verlieren. Das sind verzweigte Aminosäuren die verhindern dass sich der Körper zu viel Energie aus Muskelmasse nimmt und sich auf das Fett konzentriert.

Am wichtigsten ist es viel Wasser zu trinken, am besten auch ausreichend grünen Tee. Wenn du es jetzt ganz professionell machen möchtest und du mehr Energie brauchst während der Fastenzeit, dann gehe in die Apotheke oder zu Amazon und kaufe dir MCT Öl. Davon mischst du dann 1 Esslöffel mit einem guten Schuss Zitronensaft und rührst ordentlich um. Am besten schnell runterkippen und mit Wasser nachspülen. Ja, das ist reines Öl aber dank der Zitronensäure erträglich. Dieses Öl beschleunigt den Fettstoffwechsel und du erreichst schneller einen Zustand der sich Ketose nennt. Dabei beginnt der Körper aus Fett Energie in Form von Ketonen zu gewinnen. Diesen Zustand solltest du immer versuchen so schnell wie möglich zu erreichen. Weil er bedeutet vor allem eines: dein Körper hat überhaupt keinen Zucker mehr im System und greift bereits auf Ketone als Energieform zurück. Dein Insulin ist entsprechend im Keller bzw. wird nicht mehr gebraucht. Insulin wird ja gebildet wenn Zucker, genauer gesagt Glucose zu den Zellen transportiert werden muss. Hast du aber kein Glucose mehr wird auch Insulin nicht gebraucht.

Es empfiehlt sich auch möglichst früh wieder ins Bett zu gehen, dann ist es auch leicht verträglich weniger Energie zu haben. Du solltest dich trotzdem viel bewegen, am besten an der frischen Luft. Kein Sport aber Bewegung ist wichtig. Am nächsten Tag darfst du dann wieder frühstücken.

Was du selbst mit nur einem Tag fasten erreichst ist deinen Insulinspiegel auf Null zu setzen. Dein Körper steigt in den Fettstoffwechsel um und du durchbrichst den „Insulinkreislauf“ der ständig Kohlenhydrate von dir verlangt um angetrieben zu werden.

Was du nach dem Fasten machst ist auch klar: du versuchst sogut es geht auf Zucker zu verzichten und Kohlenhydrate zumindest herunterzufahren. Es ist auch zu empfehlen regelmäßiger, z.B. einmal pro Woche zu fasten. Nach jedem Fasten wirst du merken wie viel weniger Lust du auf süße Lebensmittel hast. Und das ist schließlich das beste Zeichen dass du nicht mehr süchtig danach bist.